Frohe Weihnachten – An alle, die ich nicht per Email erreichen konnte!!!
Es ist nun wieder mal soweit,
ach, wie schnell verging die Zeit,
das Jahr neigt sich dem Ende zu,
es ging doch echt vorbei im Nu!
Ich schreib Euch heute von der Faehre,
als ob das nichts Besonderes waere!
Malaysia liegt hinter mir,
Kurs nehmen grad auf Thailand wir!
Das Reimen ist ne schoene Sache,
Die ich auch sehr gerne mache.
Doch will ich mich damit nicht quaelen,
Und Euch lieber ein paar Geschichten erzaehlen!
Als ich gestern Abend mit Marieke (29 Jahre, Niederlande), Paul (28, Neuseeland) und Jack (31, Malaysia, Local aus Langkawi) in einer Bar sass, gesellte sich Alessandra (31, England) zu uns. Wir unterhielten uns ein wenig bis Jack gaehnte und erklaerte, wie muede er vom vergangenen Tag sei. Was er arbeite?, wollte Alessandra wissen. Och, er sei nur ein Beach Boy, erklaerte er bescheiden und habe sein eigenes kleines Geschaeft unten am Strand, vermiete Jet Ski, Segelboote, veranstalte Island Hopping, Bananabootfahrten und andere Aktivitaeten. Wovon er denn dann muede sei, er solle mal nach London kommen, dort koennte er erleben was es heisst, richtig hart zu arbeiten! Ich haette vor Entsetzen fast mein Bier zurueck ins Glas gespuckt! Was bildet diese europaische Tussi,
die jeden Abend beruhigt, frisch heiss geduscht auf ihrem Sofa in ihrer schoenen Wohnung satt vor ihrem Ultra-Flat-Screen-TV sitzt,
nachdem sie mit ihrem hochmodernen und perfekt ausgestatteten Auto sicher (ohne die hier so haeufig vorkommenden Motorradunfaelle) nach Hause gefahren ist,
kurz einen Zwischenstopp am exklusivsten Delikatessen-Geschaeft der Stadt gemacht hat,
nachdem sie ihr wohltemperiertes mit allem noetigen und unnoetigen Schnick-Schnack ausgestatteten Buero verlassen hatte,
sich eigentlich ein?
Jack reagierte gar nicht auf diese Aeusserung und ich hoffe, dass er sie gar nicht verstanden hat. Marieke, Paul und mir stockte der Atem und wir waren so konsterniert, dass wir gar nicht reagieren konnten. Zum einen war ich erschuettert ueber dieses unhinterfragte Uebertragen westlicher Vorstellungen in diese voellig andere Welt! Die ganze Geschichte erschuetterte mich umso mehr, als Jack mir am Tag zuvor einen kleinen Einblick in sein Leben gegeben hatte. Als Kind war er nicht zur Schule gegangen, Lesen und Schreiben hat er erst gelernt, als er den Entschluss fasste, seinen Wunsch Tauchlehrer zu werden, in die Tat umzusetzen. In Selbststudium erarbeitete er sich die noetigen Skills. Um sich die Ausbildung zum Tauchlehrer ueberhaupt leisten zu koennen, musste er sparen. Er entschied sich, als Muey Thai Boxer in den Ring zu steigen. Muey Thai Boxen ist (entgegen anders lautender Beschreibungen in diversen Reisefuehrern) wohl eine der brutalsten Sportarten. Es gibt Regeln, aber das Ziel des “heissgemachten” Boxers ist es, seinen Gegner zu toeten. Zum Glueck passiert das nur ausgesprochen selten. Angespornt werden die jungen Maenner vom Geld! 100 Malaysische Ringgit (das sind umgerechnet rund 20 Euro!!) bringt jeder gewonnene Kampf! Und dafuer riskieren sie ihre Gesundheit!!Und dann kommt diese ueberhebliche, arrogante Tante aus Good Old England und meint diesen Menschen erklaeren zu muessen, was harte Arbeit ist!!!Nachdem Jack einige Jahre als Tauchlehrer gearbeitet hat, betreibt er nun sein eigenes Business, nimmt so viel Geld ein, wie er zum Leben braucht und … ist gluecklich! Wenn er etwas Geld gespart haben wird, will er ein neues Kanu anschaffen und so sein Business weiter ausbauen! In diesem Jahr eine etwas andere, wenig versoehnliche Weihnachtsgeschichte! Es gibt einige Momente waehrend dieser Reise, die mich wach werden lassen und nachdenklich machen ueber den Sinn des Lebens, der Arbeit und des Geldes! Da war z.B. auch die Begegnung mit Carrie, der US-Amerikanerin, die in Malaysia seit 5 Jahren als christliche Missionarin arbeitet und versucht, vergewaltigten, verlassenen und ehemals drogenabhaengigen Frauen Hoffnung zu geben. Sie kaempft mit ihrem Loewenherz gegen alle Widrigkeiten, die eine solche Arbeit in einem muslimischen Land mit sich bringt und schoepft die Kraft dazu aus ihrem Glauben! Oder der kleine, vielleicht 10 Jahre alte Junge vor der Bar in Kuala Lumpur, der um 5.00 Uhr in der Nacht versucht, mit seinen kleinen mueden Aeuglein, Kaugummi zu verkaufen. Andererseits die gluecklichen Kinderaugen in einem kleinen Dorf irgendwo im Nirgendwo auf der Insel Langkawi. Die Kinder baden gerade mit der einzigen Kuh des Dorfes in einem Teich, als sie uns sehen. Mit strahlenden Augen laufen sie auf uns zu, freuen sich uns zu sehen und dass wir sie besuchen. Sie freuen sich ueber ein freundliches Hallo und einen Haendedruck! Als wir schliesslich noch ein Photo mit ihnen machen, ist das Glueck aller Betroffenen perfekt! Die Kinder brauchen keinen Gameboy, kein teueres Spielzeug um gluecklich zu sein! Als wir uns nach einiger Zeit wieder zum Aufbruch entschliessen, eskortieren sie uns auf ihren kleinen rostigen Fahrraedern aus dem 10-Haeuser-Dorf… In diesem Jahr wird Weihnachten fuer mich etwas Besonderes sein. Ganz gleich, wie und wo ich das Fest nun in der Hitze Thailands erleben werde, das Heimweh holt in diesen Tagen wohl jeden Langzeit-Reisenden mal ein. Es ist mein erstes Weihnachtsfest fern der Heimat und das schmerzt auch – ganz gleich, wie toll das Reisen ist! Da ich waehrend meiner Reise schon einige Personen getroffen haben, die eigentlich nur noch Reisen, weil sie nicht wissen, wo Heimat fuer sie ist, bin ich umso gluecklicher genau zu wissen, wo MEINE Heimat ist! Und wann immer ich wiederkomme, ob nach der Vollendung der Maximalzeit von einem Jahr oder schon in wenigen Monaten – ich freue mich schon heute wieder auf meine Heimat und alle lieben um mich herum, die fuer mich dieses Gefuehl der Heimat, der Heimkehr, des zu Hause ausmachen. So sehr man das im Alltagsstress vergessen oder aufgrund der “Normalitaet” unterschaetzen mag, umso deutlicher wird es, wenn man in der Ferne ist. Ich wuensche Euch ein wunderschoenes Weihnachtsfest um Kreise Eurer Lieben!Fuer das neue Jahr 2008 von Herzen alles Liebe und Gute, Gesundheit, Glueck, Erfolg und Zufriedenheit! Ich schliesse nun mit einem Reim,ein paar Verse muessen sein!Alles Gute, nur das Beste,wuensche ich zum Weihnachtsfeste! Ein paar Stunden zum Besinnen,Wuensche aeussern, Traeume spinnen!Nehmt Euch Zeit fuer schoene Sachen,Ein Glaeschen Wein, mit Freunden lichen! Nehmt Euch Zeit fuer all die Sachen,Die Ihr wollt schon lange machen!Ich darf es im Moment erleben,Was es heist, ‘nen Traum zu leben! Aus Thailand die besten Wuensche zum Weihnachtsfest 2007!!! Nicki
Malaysia – 06.12.-22.12.
Bevor ich morgen nach Thailand aufbreche, moechte ich Euch doch mal wieder auf den neuesten Stand bringen, wie es mir in Malaysia ergangen ist.
Von Singapur aus sind Marieke und ich gemeinsam nach Melaka gereist, eine Stadt, die von den Hollaendern gegruendet worden ist an der Westkueste Malaysias etwa auf halber Strecke zwischen Singapur und Kuala Lumpur. Wir hatten uns fuer ein Busticket entschieden, dass uns fuer die knapp 4 stuendige Busfahrt rund 5 Euro kostete. Der Bus war richtig luxurioes (nicht nur im Verhaeltnis) und dadurch, dass er nur 3 Sitze pro Reihe hatte statt der ueblichen 4, hatten wir sogar richtig Platz. Ausser uns beiden „Weisshaeutern“
) waren ansonsten nur Locals an Bord. Der Unterschied scheint zu sein, dass wir bei der auf Hochtouren laufenden Klimaanlage in T-Shirt, Pullover mit Kapuze und Regenjacke fast erfrieren, waehrend die Locals entspannt in ihren T-Shirts die Zeit im Bus absitzen. Klimaanlage kann ja etwas feines sein, aber wir sind wirklich fast erfroren…
Nach etwa einer Stunde erreichten wir die Grenzstation zwischen Singapur und Malaysia und passierten sie annaehrend im Vorbeigehen. Das einzig wirklich ueberraschende war das Verbot, Kaugummi Auszufuehren bzw. nach Malaysia einzufuehren. Ich hatte noch Mengen davon in meinem Gepaeck… Aber unseren Koffer mussten wir ja noch nicht einmal mit aus dem Bus bringen. Auf unseren Passport wurde schnell ein fluechtiger Blick geworfen und die Immigration-Card ignoriert. Wieder am Bus angekommen, freuten wir uns, wie einfach wir die Grenze passiert hatten, vor allem nachdem wir ein paar merkwuerdige Geschichten ueber Gepaeckkontrolle, Befragungen usw. gehoert hatten. Etwa 10 Minuten erfreuten wir uns an der Einfachheit und Schnelligkeit, bis wir die malayische Immigrationstation erreichten… Wir amuesierten uns wahnsinnig ueber uns selbst und fragten uns, ob die Locals um uns herum uns wohl verstanden haetten und was sie von den „dummen Touristen“ nun halten wuerden… Diesmal mussten wir unser komplettes Gepaeck mit aus dem Bus bringen, unsere Einreisedokumente wurden genauer studiert, unser Gepaeck gescannt… Und, ich habe mich des Verbrechens des Kaugummis-Schmuggels schuldig gemacht… Aber auch diese Immigration war zuegig erledigt und unsere Reise sollte ohne Probleme schnell nach Melaka fuehren.
In Melaka angekommen, regnete es leider immer noch. Wie machten uns auf die Suche nach einer Unterkunft und nachdem wir einige wirklich schaebige Hostels und Hotels angeschaut hatten, entschieden wir uns, etwas mehr Geld in ein vernuenftiges Doppelzimmer zu investieren. So hat uns die Nacht 20 Euro gekostet und wir freuten uns ueber ein Zweierzimmer mit EIGENEM Bad! Toll, vor allem fuer mich, die ich nun 5 Wochen in Dorms und mit sharing bathrooms verbracht hatte… Wir besuchten Chinatown und das Melaka Museum und entschieden uns, dass es uns in Melaka nicht laenger als eine Nacht halten wuerde.
Am naechsten Morgen brachten wir auf zur Busstation, die etwas ausserhalb des Stadtzentrums liegt. Ich war wild entschlossen, nach KL weiterzureisen und dort auf besseres Wetter fuer Ausfluege in Nationalparks oder auf Teeplantagen zu warten. Als im Radio „It’s raining men“ lief und ich feststellte, dass Freitag sei und das sicher ein gutes Argument, um nach KL zu fahren und ein wenig Party zu machen, hat Marieke mir das Versprechen abgerungen, abends auszugehen… So reisten wir gemeinsam nach KL wieder mit einem modernen Expressbus.
Fuer KL hatten wir aus dem Bus eine Reservierung fuer ein Hostel vorgenommen, dass uns von James in Singapur empfohlen worden war. Als wir das Hostel betraten, wusste allerdings keiner etwas von einer Reservierung und das Hostel war bis auf das letzte Bett ausgebucht. So blieb uns keine andere Moeglichkeit, als uns mit unserem Gepaeck auf die Suche nach einer Bleibe fuer die Nacht zu machen. Da am Wochenende viele junge Malayen aus dem Umland in die Stadt kommen, um Party zu machen, gestaltete sich die Suche schwieriger als erwartet. Schliesslich stiegen wir in einem koreanischen Guesthouse ab. Das war als Unterkunft OK, aber eben eine dieser Unterkuenfte, die in Ordnung sind, weil man sich einredet, dass man dort ja ohnehin nur die Nacht verbringen wird. Es war sauber, die Betten bequem und die Unterkunft somit passabel. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein Hostel weit mehr sein kann, als nur die Bleibe fuer die Nacht, was bei mir im Allgemeinen dann auch zu dem Gefuehl wirklichen Wohlfuehlens fuehrt.
Das Hostel in Bukit Bintang (so der Name des Stadtteils) lag sehr zentral, so dass ich alles zu Fuss oder mit dem Monorail erreichen konnte.
Marieke hat sich in dieser Stadt keine Minute lang wohl gefuehlt und recht schnell entschieden, schon am naechsten Tag weiterzureisen. Ich wollte KL erleben und entschied mich, vier Naechte zu verweilen. So flog Marieke am naechsten Tag nach Langkawi, eine malzyische Insel an der Grenze zu Thailand.
Abends waren wir zunaechst in einem „teuren“, aber phantastischen Restaurant. Anschliessend trafen wir Rina, eine Japanerin, die ich am Nachmittag in der Touristeninformation kennengelernt hatte und machten uns auf, einige Drinks ind diversen Bars zu trinken. Schliesslich endeten wir in der „Beach Bar“, einem grossen Club inmitten Kuala Lumpurs. Wenn man es schafft, ueber die Nutten und Freier hinwegzusehen, kann man dort einen netten Abend verbringen. Wir trafen einen Schotten, einen Aussi und einen Deutschen, die vom Norden Malaysias auf dem Weg nach Singapur waren, und so tauschten wir Reiseerfahrungen aus. Wir hatten einen schoenen Abend, der nach einigen Drinks um 5.00h enden sollte. Als wir den Club verliessen, fragte uns eine kleiner Junge, vielleicht 10 Jahre alt, ob wir Kaugummis kaufen wollten… Das fuehrte mir (auch nach einigen Drinks) vor Augen, dass dieser arme Kerl mitten in der Nacht auf die Strasse geschickt wird, um seine „bloeden“ Kaugummis zu verkaufen. Reichtum, Wohlstand, enorme Wolkenkratzer, Armut und Verzweiflung – sicher lassen sich fuer diese Stadt noch viele andere Begriffe finden, die sie beschreiben. Das alles vereinigte sich in diesem Moment fuer mich in diesem kleinen Jungen und machte mich sehr betroffen.
Am naechsten Tag besuchte ich eine Dance Show im Touristencenter in der Taenze aus allen Regionen Malaysias gezeigt wurden. Sehr unterhaltsam und interessant. Die Kostueme waren faszinierend und die Taenze gaben mir einen Eindruck von der Vielfalt Malaysias.
Ich besuchte natuerlich die beruehmten Twin Tower, den Fernsehturm = KL Tower, um einen Eindruck von der Stadt von oben zu gewinnen. Mit Rina begab ich mich am Sonntag auf „Hardcore-Sightseeing-Tour“ und wir besuchten Dataran Merdeka, Sultan Abdul Samad Building, chinatown, Istana Negara, Sri Mariamman Temple, das Polizeimuseum, den Orchid Garden und die Nationalmosque. Auf dem Weg zum Orchid Garden sahen wir wilde Affen auf der Strasse. Ich war begeistert, Affen kannte ich bislang nur aus dem Zoo. Mit gehoerigem Respekt naeherten wir uns diesen Tieren, um eine Schnappschuesse zu machen!
Im Allgemeinen hat mir Kuala Lumpur lange nicht so gut gefallen wie Singapur! Die Stadt ist dreckig, hektisch… Die Taxifahrer koennten kein gutes Geschaeft machen, da staendig und ueberall Stau ist. Da ist man zu Fuss oder mit dem Monorail in jedem Fall schneller am Ziel. Wenn man die Strasse ueberqueren will, sind nicht die tausenden Autos das Hauptproblem, sondern vielmehr die Motorraeder, die sich zwischen den Autos durchschlaengeln… ein Stossgebet zum Himmel war jedesmal angesagt, wenn man unbeschadet die Strasse ueberquert hatte!
Was mir im Touristencenter direkt aufgefallen ist und was sich wie ein roter Faden durch meine Erfahrungen in Malaysia zieht, ist, dass Malayen nicht in der Lage sind, zu verkaufen und mit Touristen umzugehen, so wie diese es vielleicht erwarten. In der Touristen Information muss man nach Informationen schon gezielt fragen. Fragen werden vernuenftig beantwortet, aber eine Information darueber hinaus gibt es nicht.
Sehr lustige Erfahrungen sind auch, dass Malayen, wenn sie auf etwas zeigen, das nicht wie wir mit dem Zeigefinger machten, sondern mit dem Daumen in diese Richtung weisen. Richtung weisen ist ein weiteres Stichwort, denn einen Malayen nach einer Richtung gefragt, wird er niemals zugeben, dass er es nicht weiss. Stattdessen schickt er Dich eher in eine falsche Richtung statt zu sagen, dass er es nicht weiss…
Am 10.12. bin ich dann aus dem Stress in Kuala Lumpur geflohen und da ich sehr muede von den Eindruecken meiner ersten Woche in Asien war, entschied ich mich, nicht meinem urspruenglichen Plan zu folgen und in einen Nationalpark aufzubrechen (im Uebrigen hatte sich am Wetter leider im wesentlichen immer noch nichts geaendert…), sondern Marieke auf die Sonneninsel Langkawi zu folgen, um ein wenig zu relaxen. Dort wollte ich rund 5 Tage verweilen und ausspannen, um dann wieder Richtung Inland aufzubrechen.
Tatsaechlich bin ich nun seit 12 Tagen in Langkawi und es gefaellt mir unheimlich gut. Marieke und ich haben noch andere, sehr nette Begegnungen gemacht und hier ist es sehr einfach, mit Locals in Kontakt zu kommen, was mir sehr gut gefaellt.
Mehr von meinen Erfahrungen in Langkawi, wenn ich vom Strand zurueck bin…
Start ins Abenteuer Asien in Singapur – 02.-06.12.2007
Hallo Ihr Lieben und herzliche und sonnige Gruesse aus Langkawi, einer Insel in Malaysia an der Grenze zu Thailand! Hier erhole ich mich von den „Strapazen“ meiner Staedtetrips nach Singapur, Melaka und Kuala Lumpur!Uppppssss, und ploetzlich war ich in Asien!!!Naja, so ploetzlich war es ja gar nicht, schliesslich hatte ich mich gedanklich einige Zeit darauf vorbereitet!
Der Abschied vom Hostel, von der vertrauten Umgebung und liebgewonnenen Menschen fiel mir nicht leicht! Dazu kam die Frage, wie ich mit der Situation in Asien und auch dem Wetter und vorallem der Feuchtigkeit zurecht kommen wuerde! Am liebsten haette ich mich an diesem Tag entschieden, mein Jahr komplett in Australien zu verbringen! Letztlich hat sich aber doch mein Verstand durchgesetzt und nach dem Wegwischen einiger Traenen am Flughafen in Perth, startete mein Flieger Richtung Singapur!
Ein freundliches und lustiges „Hallo“ in Sachen „Tempo“ in Asien waren die Fussgaenger Hinweisschilder am Flughafen! Weil ich mich darueber koestlich amuesiert habe, habe ich sie Euch hochgeladen! 100 Meter, 3 Minuten, 200 Meter, 5 Minuten, 400 Meter, 10 Minuten… ???? Willkommen in Asien habe ich mir erwartungsfroh gedacht…!!!
In Singapur am Flughafen angekommen, entschied ich mich mit der U-Bahn in die Stadt zu fahren, statt einen Shuttlebus oder ein Taxi zu nehmen. Ein selbsterklaerender Ticketautomat gab mir auch sogleich das Gefuehl, in meinem Abenteuer Asien nicht ganz verloren zu sein. Es ist ganz witzig, was ich fuehle, wenn ich in einer neuen Umgebung ankomme. Sobald die ersten Dinge funktionieren und moegen sie auch noch so einfach sein (wie z.B. ein U-Bahn-Ticket kaufen), habe ich gleich ein gutes Gefuehl und bin mir sicher, dass ich auch diese Herausforderung meistere…
Ich bewegte mich also mit meinem z. Zt. immer noch viel zu schweren Gepaeck Richtung U-Bahn. Ich bat einen netten jungen Mann um Hilfe, denn mir wurde nicht klar, warum es zwei Bahnsteige gibt, aber nur eine Richtung, in die man fahren kann und so fragte ich ihn, ob es einen Unterschied mache, auf welcher Seite ich einstieg. In perfektem Englisch (nicht Singlisch, das obligatorischen Singapur-Englisch, das sich vom Englischen doch sehr unterscheidet und in dem Fragen einfach mal dadurch gebildet werden, dass an einen Satz das Wort „can“ angehangen wird. Oder „la“, was glaube ich nichts bedeutet, aber sehr oft Verwendung findet…) erklaerte er mir, das es keinen Unterschied mache und ich einfach in die naechste Bahn springen sollte. Er selbst wuerde die Bahn auch nehmen. Es entwickelte sich ein sehr nettes Gespraech, in dem sich herausstellte, das Syed, gerade von seiner Geschaeftsreise aus London heimkehre, Malaye ist und hier in Singapur wohnt. Er arbeitet fuer eine grosse Oelcompany und ist viel unterwegs. Als der Zug seine Station erreichte, ueberreichte er mir seine Businesscard und bat mich, mich zu melden, wenn ich Lust habe, Fragen habe oder in Problemen stecke. Es war einfach total nett und ich beschloss, ihn in den naechsten Tagen anzurufen, um mit ihm Mittagessen zu gehen. Ungluecklicherweise konnte ich in meinen Tagen in Singapur dann aber seine Businesscard nicht mehr finden…
Dadurch, dass ich in meinem entzueckenden Hostel in einem Dorm mit 20 anderen geschlafen habe (ja, diese Erfahrung braucht man nicht allzu oft, aber fuer meine vier Tage in Singapur war das OK…), konnte ich mein Gepaeck natuerlich auch nicht auspacken. Als ich dann spaeter ein wenig Zeit hatte, um meine Sachen zu durchstoebern, habe ich seine Karte wiedergefunden. Ansonsten war mein Hostel in Ordnung. Es lag in Little India, was am ersten Tag, nachdem ich von der Bahn zum Hostel gelaufen bin, wirklich zu einer Art Kulturschock gefuehrt hat: Ich kam an einem Sonntag an, dem einzig freien Tag in der Woche der indischen Gastarbeiter. An diesem Tag treffen sie sich mit ihren Freunden in den Strassen von Little India. Ich bahnte mir also meinen Weg durch Massen von indischen Herren. Alle sehr freundlich, dennoch zunaechst ein komisches Gefuehl! In meinem Hostel angekommen, unterhielt ich mich kurz mit einigen Mitbewohnern und ging dann auf „Futtersuche“. Es gibt jede Menge „Food Courts“ dort und es ist kein Problem, etwas Koestliches zu essen zu finden.
In Singapur habe ich viele tolle Sachen erlebt und erkundet und die Stadt gefaellt mir richtig gut!
Absolut besuchens- und empfehlenswert sind der Besuch einiger religioeser Staetten wie dem Sri Mariamman Temple (ein Hindu Temple), der Sultan Mosque und dem Buddha Tooth Relic Temple. An diesem Tage besuchte ich ferner auch noch eine katholische Kirche und machte damit einen Streifzug durch vier verschiedene Religionen, was ueber die Multikulturalitaet in Singapur einiges aussagt. Diese Vielfalt macht Singapur fuer mich so faszinierend. Ferner ist die Stadt sauber, aber es ist alles nicht so steril rein wie ich es befuerchtet hatte.
Bei einem Besuch in Singapur sollte man sich auch die Nightsafari im Singapore Zoo, bei der man die Tiere bei Nacht beobachten kann, auf keinen Fall entgehen lassen. Ich habe die Safari mit zwei Hollaenderinnen und einem Englaender aus meinem Hostel unternommen und wir haben uns bezaubern lassen von der faszinierenden Welt dieser Tiere bei Nacht!
Ein weiteres Highlight meines Besuchs in Singapur war ohne Frage die Bumboat-Fahrt auf dem Fluss. Da an diesem Tag nicht viel los war, hatte ich mein eigenes Boot und eigenen Chauffeur
) Ich habe die Fahrt sehr genossen und die Fotos lassen Euch ein wenig an meiner Reise durch Singapur teilnehmen!
Orchard Street, die Haupteinkaufsstrasse von Singapur ist unglaublich!!! Auch wenn wir in Europa uns inzwischen an grosse Einkaufskomplexe gewoehnt haben… die Groesse dieser Komplexe hat mich absolut umgehauen! Hinter den Fassaden entlang der (jetzt zur Weihnachtszeit im uebrigen wunderschoen geschmueckten) Orchard Street, verbergen sich Einkaufsparadise, die die unterschiedlichsten Zielgruppen ansprechen, in denen man wirklich ALLES finden kann und die eine Groesse haben, dass man sich ohne Probleme darin verlaufen kann… Eine neue Kamera habe ich angeschafft und eine neue Tasche, aber ansonsten konnte ich dem Kaufrausch widerstehen!
An meinem letzten Tag in Singapur (vier Tage habe ich insgesamt dort verbracht), hat es wie aus Kuebeln gegossen!!! Den ganzen lieben langen Tag lang! So viel Regen habe ich noch nie gesehen! Als ich abends ins Hostel zurueckkam, war meine Jeans komplett nass… Im Laufe des Tages hatte sich der Regen so langsam von unten nach oben hochgezogen. Als ich dann am Strassenrand stand und ein Auto durch eine Riesenpfuetze fuhr und uns Wartenden komplett geduscht hat, konnte ich darueber nur noch lachen! Nasser gemacht hat es mich ohnehin nicht mehr
) Da es dabei ja nicht kalt ist und man nicht friert, empfindet man das wohl etwas weniger schlimm…
Zwei sehr interessante Begegnungen habe ich in Singapur gemacht:
Ich habe Carrie kennengelernt, eine US-Amerikanerin, die als christliche Missionarin in Malaysia mit verlassenen und misshandelten Frauen arbeitet. Und das in einem muslimischen Land! Wir haben zwei sehr interessante intensive Gespraeche ueber Glauben, Gott und ihre Arbeit gefuehrt und ich bewundere diese Frau fuer ihren scheinbar unendlich starken Glauben zu Gott und die Kraft die sie aus diesem Glauben fuer ihre Arbeit schoepft!
Zum anderen habe ich Marieke getroffen, eine Hollaenderin, mit der ich zusammen von Singapur aus ueber Melaka nach Kuala Lumpur gereist bin. Sie ist nach einem Tag aus KL gefluechet, ich habe es noch zwei weitere Tage ausgehalten. Das Wetter in Malaysia spielt zur Zeit etwas verrueckt und so habe ich mich entschieden, meinen urspruenglichen Plan von KL in einem Nationalpark und von dort in die Cameron Highlands zu fahren, zu verwerfen und direkt nach Langkawi zu fliegen. Marieke hatte sich vorher schon fuer diese Insel entschieden und so verbringen wir im Moment seit Singapur mit kleiner Unterbrechung viel Zeit miteinander und geniessen es! Es ist schrecklich lustig! Sie ist nur fuer drei Wochen in Urlaub, so dass sich unsere Wege bald trennen werden. Nun geniesse ich die Zeit mit ihr und einigen anderen hier auf Langkawi und werde ich bald ueber meine weiteren zurueckliegenden Erlebnisse in Asien berichten, aber nun werde ich erstmal ein bisschen die Sonne geniessen…!!! Dafuer habt Ihr Gluehwein zur Zeit, das ist auch nicht zu verachten!!!
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