Nickisweltreise Weblog

…..einmal um die Welt in 365 Tagen

Grand Canyon

Bevor wir uns gleich weiter Richtung LA aufmachen, sende ich Euch noch schnell liebe Gruesse aus Kingsman. Nicht, dass diese Stadt besondere Erwaehnung verdient haette… Hier liegt ganz einfach nur unser Motel fuer diese Nacht. Immerhin haben wir hier mal wieder – wie fast ueberall hier im Westen – Wifi. Es ist noch frueh, ich bin um 5.00h aus dem Bett gefallen und nutze seitdem Fionas Computer, um einige Dinge online zu erledigen. Heute Abend wollen wir wieder in LA sein, bis dahin liegen noch rund 400 Meilen vor uns. Wir werden dort bei Tintin uebernachten, einem supernetten Maedel aus LA, die ich in Korea kennengelernt habe. Sie war bis letzte Woche in der Mongolei und davon moechte ich alles erfahren! Ihre Reiseberichte klangen super aufregend! Sie hat dort in 4 Wochen 10 Kilo verloren, wohl nicht nur, weil sie das Essen, das sie bekommen hat, nicht gut vertragen hat, sondern auch, weil es oft einfach nichts zu Essen gab.. Das sind dann schon Erlebnisse der besonderen Art und sie ist froh, dass sie ihren Rucksack waehrend dieser Zeit nicht gegessen hat… Ich freue mich sehr, sie wiederzusehen.

Morgen schlafen wir dann bei einem deutsch-chilenischen Ehepaar. Der Kontakt ist ueber die Weissfraecke zustandegekommen. Sie hat im vergangenen Jahr die karnevalistische Matinee besucht und war so begeistert, dass sie sich per Email an Burkard gewendet hat. Am 4. Juli war ich ja dann in LA und hatte Probleme dort ein Bett zu bekommen. Ich habe mich an sie gewendet, gefragt, ob sie ein Plaetzchen in der Garage fuer mich haette und sie hat mir – obwohl selber unter Zeitdruck, weil sie auf dem Weg nach San Francisco war – spontan ihr Gaestezimmer angeboten. Ich bin dann am Ende nicht darauf zurueckgekommen, weil Fiona und ich am naechsten morgen frueh nach San Diego aufgebrochen sind, aber diese spontane supernette Hilfe hat mich total beeindruckt. Nun fahre ich also zurueck nach LA um Jutta und Bert persoenlich kennenzulernen und wir werden dort morgen uebernachten.

Ansonsten ueberlege ich, meine Reiseplaene voellig ueber den Haufen zu werfen und statt weiter durch die Staaten zu touren, am Wochenende nach Mittelamerika zu fliegen. Das hat mehrere Gruende: Mir fehlt vor allem die interkulturelle Herausforderung hier und so toll es war, in den vergangenen Wochen hier englischsprechend perfekt kommunizieren zu koennen, so langweilig ist das fast schon inzwischen. Nach Amerika kann ich jederzeit einfach und auch billig zurueckkommen. Hierher moechte ich auf jeden Fall nochmal, um mir das Death Valley anzuschauen, aber das sollte wohl im Fruehjahr sein, wenn die Wildflowers bluehen. San Francisco reizt mich auf jeden Fall und auch der wunderschoene Yosemite NP, aber das waere ja auch mal ein logischer zwei-Wochen-Trip, den ich in den naechsten Jahren angehen koennte.. Ich habe noch nichts entschieden, muss ohnehin erstmal mit American Airlines reden. Aber das kann ich nur am Flughafen in LA… Mal sehen, welche Optionen es gibt und dann werde ich mich entscheiden.

Und nun zum eigentlichen Titel meines Artikels … zerknirscht…. sorry!

Der Grand Canyon ist beeindruckend! Noch besser als der South Rim, an dem wir gestern und vorgestern waren, hat uns der wesentlich ruhigere, 1000 feet hoehere North Rim gefallen. Das haengt vor allem mit den nicht-vorhandenen Touristenmassen am wunderschoenen North Rim zusammen.Landschaftlich faszinierend sind beide – ganz ohne Frage. Highlight unsere Grand Canyon Trips war unser Helikopter-Flug gestern. Wir hatten einen langen Flug fuer 50 Minuten gebucht, aber aufgrund der Wettersituation konnten wir dann nur einen 30 minuetigen fliegen. Aber auch das war absolut wunderbar! Wir sind mit Maverick Helikopters geflogen und waren absolut begeistert von der Art und Weise, wie wir behandelt wurden. Unser Pilot, Duck, war super und hat den ganzen Flug kommentiert. Wir waren zu fuenft im Flieger und jeder hatte einen Fensterplatz! Durch die riesigen Scheiben hatten wir alle einen fantastischen Blick und haben den Rundflug absolut genossen! Am Nachmittag haben wir dann entschieden, dass wir genug Canyon gesehen haben – das liegt nicht etwa daran, dass der Grand Canyon nichts zu bieten haette, sondern einfach an uns und an der Tatsache, dass wir einige laengere Wanderungen in den letzten Tagen noch in unseren Beinen spueren und wir einfach keine Lust mehr hatten. Somit sind wir dann schon einige Meilen Richtung Suedwesten gefahren. Die Route 66 von Seligman hier nach Kingsman ist wunderschoen zu fahren. Ich habe zwar die vielen knatternden Harley Davidson vermisst, die in meiner Vorstellung auf der Route 66 cruisen. Aber wir haben es sehr genossen.

Wir sind auch an einigen Indian Reservations vorbeigekommen und ich muss sagen, dass ich doch einigermassen ueberrascht war. Mit der Wild West Romantik hat das wenig zu tun. Hier stehen eher hinter Zaeunen voellig heruntergekommene Haeuser von dunkelhaeutigen Menschen… Naja, was soll man erwarten? Es scheint wohl doch nicht zu reichen, Menschen alles zu geben, was sie noetig zum Leben brauchen (das sind wohl eine Bleibe und Geld), aber keine Aufgabe! Entschuldigt diese kritische Sicht! Aber als wir den alten Indianer (natuerlich nicht mit Federn auf dem Kopf und in Felldress!!!, sondern mit ganz normaler, allerdings etwas riechender und verdreckter Kleidung) getroffen haben (ach ja, wir waren wohl mal wieder abseits der ausgetretenen Touristenpfade unterwegs…), der uns (fast zahnlos) erzaehlte, dass er in einem schoenen Haeuschen am Ende der Strasse wohne, war ich absolut geschockt. Sein „schoenes Haeuschen“ – und es ist ja prima, dass er das so empfindet – stellte sich als ein Verschlag aus Holz und Blech heraus. Ich fragte ihn, ob sie nicht von der Regierung Haeuser zur Verfuegung gestellt bekaemen? Ja, er habe vor rund 25 Jahren ein Haus errichtet bekommen, aber damit haette er nicht wirklich etwas anfangen koennen und haette das Holz, aus dem das Haus gebaut war, zu Brennholz verarbeitet!!! Traurig, lustig??? Ich weiss es nicht! Es zeigt auf jeden Fall, dass Menschen in unterschiedlichen Welten leben und auch nicht einfach in eine andere Welt verpflanzt werden koennen, auch wenn sie auf dem gleichen Boden errichtet wird! Mit Sicherheit mein beeindruckendstes Erlebnis hier in den vergangenen Tagen und Wochen!

Ich lade noch schnell ein paar Photos hoch und dann fahren wir gleich los! Ich versuche Euch auf dem Laufenden zu halten ueber meine weiteren Plaene!

Nicki

Juli 22, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Wusstet Ihr…

Wusstet Ihr, dass Gummibaerchen in der Hitze schmelzen? Den Beweis seht Ihr in der Zion Photo Abteilung! Wir waren fasziniert und begeistert!! Und erstaunt, denn M & M halten der Hitze stand…! ;-) )

Juli 18, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Wilder Westen

Ich bin im Bryce Nationalpark in Utah und finde es unglaublich, dass wir hier Internet haben. Ich lade Euch gerade einige meiner Eindruecke der letzten Tage hoch – leider recht langsam… Aber die Photos sind toll geworden und ich bin schon ein bisschen stolz!!!

Nachdem wir das hektische und schreckliche Las Vegas verlassen haben, fuehle ich mich in der Natur wieder super wohl.

Hoover Dam und Lake Mead standen am Montag auf unserem Programm. Das ist ein kurzer Abstecher von Las Vegas, was man auch daran merkt, dass die Touristenmassen riesig sind… Der Damm ist beeindruckend, wenn auch nicht so gross wie der Drei-Schluchten-Staudamm, den ich in China besucht habe. Beeindruckend ist nicht nur die Ingenieur-Technik, die dahinter steckt, sondern fuer mich vielmehr, wie der Bau dieses Damms die Gegend veraendert hat, fruchtbar gemacht hat. Lake Mead hat uns nicht so nachhaltig beeindruckt, mag aber auch daran liegen, dass wir an diesem heissen Tag eine schoene Stelle zum Schwimmen gesucht, aber nicht gefunden haben…

Dienstag sind wir frueh um 5 Uhr Richtung Joshua Tree Nationalpark aufgebrochen. Die Hitze im Park war immens, zwischen 45 und 50 Grad, sodass wir uns entschieden haben, nur kurze Wanderungen von maximal 2 Stunden Dauer zu machen. Wir haben an diesem Tag beide mehr als 10 Liter Wasser getrunken… Der Park war wunderschoen, keine Touristen (durch die Hitze) und wir haben auf einem tollen Campingplatz im Schatten einiger grosser Steine gezeltet.

Mittwoch sind wir weiter zum Zion Nationalpark. Hier ist es kuehler und die Infrastruktur ist ueberragend. Seit 2000 sind keine Privatwagen mehr im Park erlaubt, seitdem heisst es umsteigen in einen Shuttle Bus. Zunaechst waren wir total genervt von dieser Idee, aber es stellte sich dann doch als superpraktisch heraus. Wir haben uns fuer die laengeren Wanderungen entschieden, zum einen, weil die Temperaturen angenehm waren, zum anderen, um den Touristenmassen zu entfliehen. Frage ist natuerlich, was war zuerst, die Massen oder die gute Infrastruktur, aber es ist keine Frage, dass gute Facilities das Erleben eines Nationalparks einfacher und so fuer umso mehr Menschen zugaenglich machen. Tolle Eindruecke wie Ihr auf den Photos sehen koennt! Gezeltet haben wir auf einem einsamen Zeltplatz – wunderschoen! Gestern gab es Pasta mit Tomatensauce und Gemuese (natuerlich aus der Dose), selbst das laesst sich auf dem Campingkocher gut zaubern. Heute wird es dann wohl wieder Curryreis sein. Vermute, dass wir uns auch in den naechsten Tagen von Reis ernaehren werden. Wir muessen uns morgen erstmal erkundigen, aber wir wollen versuchen, den Grand Canyon hinabzusteigen und am naechsten Tag wieder aufzusteigen. Allerdings im North Rim, dort ist der Canyon fast doppelt so hoch wie im South oder West Rim und wenig touristisch, da man ihn nur von der anderen Seite und nicht von Las Vegas aus erreichen kann. Ich mache meine Entscheidung von den Temperaturen und meinem Wohlbefinden morgen abhaengig. Ich halte es so, dass ich mch dagegen entscheide, wenn ich nur den geringsten Zweifel habe, also keine Bange! Die Nicki macht das schon!!! Daher habe ich mich auch gegen den Besuch des Death Valley entschieden. Dort herrschen im Moment wohl Temperaturen um die 50 bis 55 Grad und das brauche ich echt nicht. Ich bin sicher, dass das Tal nicht zu unrecht seinen Namen traegt und ich bin nicht bereit, irgendwas zu riskieren. Am schoensten soll es dort ohnehin im Fruehjahr sein, wenn die Wildblumen bluehen.

So, nun sind wir also im Bryce Nationalpark. Der Bryce Canyon entstand durch Erosion an der östlichen Seite des Paunsaugunt-Plateaus. Er unterscheidet sich von anderen Canyons durch seine einzigartigen geologischen Strukturen, die Hoodoos, welche durch Wind, Wasser und Eis aus den Sedimenten geformt werden. Die roten, orangefarbenen und weißen Sedimente bieten einmalige Aussichten.

Gleich werden wir die Vollmond-Wanderund mit einem Ranger machen, alleine ist das zu gefaehrlich. Wir freuen uns und muessen los, daher muss ich an dieser Stelle abbrechen.

 

 

Juli 18, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Uppssss – alles ein bisschen viel

Bevor wir uns in weitere Nationalparks aufmachen und ich nicht weiss, wie es mit Internet in den naechsten Tagen sein wird, melde ich mich nochmal aus unserem wundervollen Hotel in Las Vegas, bevor ich gleich total platt von den Eindruecken der letzten Tage ins Bett falle!

Der Joshua Tree Nationalpark ist wunderschoen! Die Wuestenlandschaft besticht durch ihre Varietaet! Wir haben eine Nacht auf einem der besten Campgrounds verbracht, die ich je gesehen habe und hatten vor allem endlich die Moeglichkeit Schatten zu finden hinter einem der grossen Granitsteine dort! Die Hitze ist heftig, wir haben taeglich um die 45 bis 50 Grad und das ist schon heftig! Wir ueberstehen es mit viel Wasser und heissem Fahrtwind! Die Gegend entschaedigt wirklich! Es gibt einige kurze Wanderwege, die wir auch in der Mittagshitze unseres ersten Tages dort noch in Angriff genommen haben, aber fuer Wanderungen ueber 5 Meilen sind wir am naechsten Morgen um 4.30 Uhr aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu bewundern und vor der grossen Hitze zwei groessere Wanderungen zu absolvieren! Wir sind mit tollen Eindruecken belohnt worden!

Vom Joshua Tree Nationalpark nach Las Vegas waren es rund 4 Stunden Autofahrt durch Wuestenlandschaften. Herrlichen Weiten, wunderbar unberuehrte Natur! Wenn dann doch hin und wieder mal Haeuser auftauchten, haben wir uns gefragt, was Menschen dazu treibt, sich in dieser Gegend niederzulassen. Eine Antwort konnten wir nicht finden!

Tja, und dann sind wir ploetzlich in Las Vegas! Das ist der Hammer hier und wer es noch nicht gesehen hat, fuer den ist es wohl auch schwer zu begreifen. Ich bin ueberwaeltigt, aber nicht im positiven Sinne! Ich meine, wir erinnern uns, wir sind in der Wueste! Selbst die unzaehligen Palmen, die hier die Strasse saeumen, wachsen hier normalerweise nicht! Und die hunderte wahnsinnig, nein, unfassbar grossen Hotels gehoeren hier eigentlich auch nicht hin! Im Hinblick darauf, was ich in den letzten Monaten so alles gesehen habe, ist das wirklich einfach schrecklich und ich bin hin und her gerissen zwischen Faszination und absoluter Abneigung! Jedenfalls ist es bei mir heute Abend so weit, dass wir gleich noch essen gehen werden (sie werden es hier im Hotel nicht so gerne sehen, wenn wir unseren Campingkocher verwenden… ;-) ) ) und dann ziehe ich mich aufs Zimmer zurueck und denke mal in Ruhe darueber nach, wie ich das so finde! Ich habe mir Las Vegas anders vorgestellt, den Strip z.B. als eine Reihe von Hotels, die mit ihren Aussenwaenden an die Strasse anschliessen, aber alle Hotels haben wahnsinnige Vorgaerten, Lichtershows, Themenwelten! Unser Hotel, das Sahara, der guenstigste Deal gestern im Internet (wir zahlen 30 Dollar pro Nacht pro Zimmer, was es guenstiger macht als ein Hostel!) hat natuerlich seine eigene Achterbahn, im Hotel gegenueber, dem Stratosphere, kann man auf dem Tower, der aussieht wie der Duesseldorfer Fernsehturm, aber natuerlich keine Funktion hat, Achterbahn fahren, nochmal rund 100 Meter hoeher in die Luft geschossen werden (keine Ahnung wie diese Supermaschine heisst) oder Kettenkarussel fahren (brauche ja nicht zu erwaehnen, dass man dabei natuerlich ueber den Rand des Turm hinaus fliegt, was bestimmt den besonderen Nervenkitzel ausmacht…). Von dort oben kann man dann auch sehen, dass Las Vegas von einer Wuestenlandschaft umgeben ist, was mich irgendwie schlagartig wieder auf den Boden der Tatsachen zurueck geholt hat. Der Strip, auf dem sich Hotels und Casinos ballen, ist rund 4 km lang! Manchmal braucht man 10 Minuten, um an einem Hotel vorbei zu laufen! Wenn wir von unserem Zimmer ins Restaurant wollen, brauchen wir 10 Minuten! Das ist einfach unbegreiflich! Die Taktik scheint so zu sein, dass man, was immer man in einem Hotel machen moechte, immer durchs Casino muss! Ach ja, und natuerlich hat so ziemlich jedes Hotel seine eigene Shoppingmall! Heisst nicht ein paar Geschaeftchen, sondern rund 100 bis 150 Laeden!!! Das Entertainment Angebot ist der Wahnsinn, aber es ist so gross, dass ich total abgeneigt bin. In einem Hotel z.B. kann man neben der Blue Man Group und dem Phantom der Oper noch zwei weitere Shows gucken! Koennt Ihr Euch die enorme Groesse vorstellen? Ich meine, unsere Musicalhallen beherbergen meist EIN Musical!!! Und es wird weiter gebaut… Ein 10-stoeckiges Hotel sieht hier aus wie ein Haeuschen aus dem Legoland, die enorme Groesse von ALLEM hier ist schockierend! In den Casinos tummelt sich dafuer einfach alles! Ich frage mich, was zuerst war, die Discount-Preise fuer Vegas oder ein Problem, Hotels, Geschaefte und Casinos zu fuellen, Ueberangebot und dann Discount. Waere interessant herauszufinden. Hier scheint allerdings Quantitaet deutlich vor Qualitaet zu gehen!

Da wir Mitglieder im Club Sahara geworden sind (unser Hotel ist das Sahara und damit die Clubmitgliedschaft fuer uns kostenfrei), koennen wir uns abends am Hotelbuffet fuer 7,50 Dollar satt essen. Wenn man das Riesenbuffet sieht, dann kann man einfach nicht verstehen, wie sie es zu diesem Preis anbieten koennen und es rechnet sich ganz sicher nur ueber die Masse! Am Buffet also stuerzen sich die Leute dann aufs Essen… Das verdirbt einem schon fast den Appetit!

Den Hoover Dam, dessen Errichtung fuer die Entstehung dieser Wahnsinnsstadt in diesen Ausmassen verantwortlich ist, werden wir uns wohl in den naechsten Tagen ansehen. Wir planen gleich unsere Route fuer die naechsten Tage. Grand Canyon, Zion Nationalpark, Death Valley, Hoover Dam und Lake Mead stehen natuerlich auf unserem Programm und wir werden mal schauen, was wir noch so ansehen werden.

Ich versuche gleich noch Photos hochzuladen, hat gerade nicht geklappt. Dann versteht Ihr vielleicht, warum ich von den so unterschiedlichen Erlebnissen der vergangenen Tage so ueberwaeltigt bin. Das wahnsinnns Naturerlebnis im Nationalpark steht in absolutem Kontrast zu Las Vegas!

Juli 15, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Queens of the road – Fiona, Fritzinella and Nicki on tour

Ich habe gerade den Titel dieses Artikels Fiona gegenueber erwaehnt (das mit meinem deutsch wird sicher gleich wieder besser…) und sie meint, ich muesste meinen Namen aendern und er solle auch mit F beginnen. Daraufhin musste ich (natuerlich erst nach einem Lachanfall) erklaeren, dass ich ihn unter keinen Umstaenden in Ficki aendern wuerde und ihr die deutsche Bedeutung erklaert. Gegen eine Namesaenderung ist ja grundsaetzlich nichts einzuwenden, aber wir sind noch auf der Suche nach einer Alternative… 

Fritzinella ist Fionas Auto! Gestern haben wir nochmal etwas mehr als einen halben Tag beim Mechaniker verbracht (wir hatten gehofft, dass das viel schneller gehen wuerde und aus den angekuendigten 1,5 Stunden wurden dann 5! Kalifornische Gelassenheit sage ich nur…) aber jetzt ist Fritzi dreimal durchgecheckt und fuer wuestentauglich befunden worden nachdem einige kleinere Reparaturen durchgefuehrt worden sind. Fritz ist der Vorbesitzer und um ihn zu ehren, hat das Auto diesen wunderbaren Namen bekommen.

Der Autokauf war anstrengend, stressig, interessant und witzig gleichermassen. Wir haben tolle Leute kennengelernt, die wir sonst nie getroffen haetten, hatten Spass mit Mechanikern in Werkstaetten und waren sehr froh ueber die Begegnung mit Fritz, dem Verkauefer des Autos. Fritz ist gerade im Ruhestand, ist in Fallbrook (einem kleinen Staedtchen 1,5 Stunden noerdlich von San Diego) geboren worden, hat nun rund 35 Jahre in der gleichen Highschool gearbeitet als Lehrer, in der er selbst zur Schule gegangen ist und hat Fallbrook noch nie wirklich verlassen. Aber er war schon mal in Mexiko. Das ist rund 2 Stunden von Fallbrook entfernt! Jaja, Amerika, das Land der unbegrenzten Moeglichkeiten! ;-) )

So, gestern gegen 16.30h sind wir dann endlich losgekommen. Ausgestattet mit rund 30 Litern Wasser und Dosenessen, Reis und Nudeln fuer die naechsten Tage, treten wir nun unseren Weg durch die Nationalparks an. Die Feuersituation haben wir leicht unterschaetzt. Wir haben noch kein Feuer gesehen, aber die Campingplaetze, die wir angefahren haben, waren alle geschlossen wegen hohen Feuerrisikos. Wir haben ueber die Moeglichkeit nachgedacht im Auto zu schlafen oder wild zu campen. Im Auto schlafen ist hier erlaubt (habe ich gestern bei der Polizei erfragt) und da es 24 Stunden Supermaerkte selbst hier in der absoluten Wueste gibt -eigentlich traurig, oder? Aber das ist fuer mich Amerika! Wir sind in Indio, einer Stadt, die scheinbar auf Wuestengrund aus dem Boden gestampft worden ist und hier gibt es Niederlassungen scheinbar ALLER amerikanischen Firmen. Von Nord nach Sued haben wir gestern rund 15 Minuten gebraucht, ein grosser Shop nach dem anderen, nur die Wohngegenden haben wir noch nicht gesehen. Vielleicht ist das heute bei Tageslicht einfacher sie ausfindig zu machen. Indio hat uns aufgrund seiner Haesslichkeit schon nachhaltig beeindruckt! Fiona ist Stadtplanerin und sie ist mehr als geschockt und sicher, dass hier kein Stadtplaner am Werk war!

Abgesehen von diesem Schock in den spaeten Abendstunden (wir sind leider erst gegen 23 Uhr hier am Motel angekommen, nachdem wir verschiedene andere Moeglichkeiten geprueft und in Erwaegung gezogen hatten und uns dann doch fuer die wohl vernuenftigste Loesung entschieden haben, eine Muetze guten Schlafs in einem Motel zu bekommen), hatten wir eine wunderschoene Fahrt durch die Wueste Kaliforniens!!! Cayamaca Rancho State Park ist wunderschoen mit wirren Baeumen und scheinbar wilden Pferden. Als wir Anza-Borrego Desert State Park durchkreuzten, ging die Sonne langsam unter und uns boten sich wunderschoene Bilder und Schattenspiele in den Bergen! Der Weg ist das Ziel! Es war super! Das beste: Fiona faehrt gerne und so konnte ich die ganze Fahrt auf dem Beifahrersitz geniessen!!!

Etwas Probleme hatten wir, Kerosin fuer unseren Camingkocher zu finden. Im riesigen Walmart hier in Indio sind wir dann schliesslich fuendig geworden. Aber um Kerosin zu finden, sind wir haeufig von der Hauptstrasse abgefahren und in kleinere Doerfchen hinein – somit haben wir auch noch viele der beeindruckenden (den Begriff schoen moechte ich dann doch eher vermeiden!) kleinen Staedtchen irgendwo im Nirgendwo der amerikanischen Wueste gesehen! Das ist auch sehr interessant: Fuer mich mit deutschen Dimensionen, liegen die Staedte irgendwo im Nirgendwo, Fiona hingegen ist beeindruckt, dass diese Leute nur 2 Stunden zu fahren haben, um nach San Diego, in die grosse Stadt zu kommen. Gute Anbindung wie sie meint! Da treten dann die Unterschiede zwischen einem Maedel aus Good Old Germany und einer Australierin zu Tage!

Heute wird es gleich nochmal in den Walmart gehen, da ich meinen Sonnenhut nicht mehr finden kann und einen neuen kaufen muss, denn die Sonne knallt jetzt schon ordentlich und ohne Kopfbedeckung ist mir das zu riskant dort draussen. Danach starten wir dann vorbei am Salton Sea vorbei in den Joshua Tree Nationalpark. Von dort wird es dann wahrscheinlich am Sonntag durch die Mojave Wueste nach Las Vegas gehen! Ich freue mich auf ganz viel Natur in den naechsten Tagen, aber auch auf Vegas! Bin gespannt, ob ich es moegen werde und ganz sicher, dass es mich beeindrucken wird!

Fiona und Fritzinella sind super Reisepartner und ich freue mich, mit ihnen gemeinsam dieses Abenteuer-Roadtrip zu starten! Ich versuche Euch in den naechsten Tagen immer mal wieder auf den neuesten Stand zu bringen, sobald wir Internet haben (oder zumindest Strom, dann koennen wir den Rechner nutzen und Artikel schreiben und spaeter hochladen).

Juli 12, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Autokauf und Aufbruch

Fiona plant, sechs Monate hier mit dem Auto durch die Staaten zu touren und da macht es natuerlich keinen Sinn, ein Auto zu mieten. Ihr Budget fuer ein Auto liegt bei 3000 Dollar und seit Tagen haben wir Zeitungen gewaelzt, Leute angerufen, Autos angeschaut und … wir waren erfolgreich! Gestern haben wir zugeschlagen!

Sie kauft einen 11 Jahre alten Nissan Sentra von Fritz und seiner Frau Debbie aus Fallbrook. Fallbrook ist etwa eine Stunde ausserhalb von San Diego, gestern haben wir den Wagen angeschaut und vom Mechaniker ueberpruefen lassen. Obwohl Fiona vorher alles mit ihrer Bank in OZ abgeklaert hatte und die Bank ihr hier in der Stadt gesagt hatte, dass sie ohne Probleme am Schalter 3000 Dollar bekommen koennte, klappte es in Fallbrook gestern nicht… Naja, die normalen Reiseprobleme halt…! Somit fahren wir heute morgen nochmal dorthin, um das Geld zu ueberreichen. Danach geben wir unseren Mietwagen zurueck (den mussten wir fuer die Autosuche mieten, denn mit public transportation, so wie wir es in den Tagen zuvor gemacht hatten, war es einfach nicht praktikabel!), lassen einige kleinere Reparaturen am Auto vornehmen, brauchen noch Versicherung und dann gehts los! Heute Abend muessen wir noch einkaufen (Wasser, Essen, Campingkocher…), dann treffe ich Trace und Kalista, das Paaerchen hier aus San Diego, die ich in China kennengelernt habe und dann hoffentlich frueh ins Bett, denn morgen wollen wir frueh in Richtung Joshua Tree Nationalpark aufbrechen! Ich freue mich aus der Stadt herauszukommen! Endlich wieder Natur und das Beste: Ich bin mit Fiona unterwegs! Wir haben wirklich viel Spass zusammen und werden nun mal schauen, wie lange wir in die gleiche Richtung unterwegs sein werden. Wir haben vereinbart, dass sie mich irgendwo absetzt, wo ich einen Mietwagen bekommen kann, wenn sich unsere Wege trennen, aber ich denke, dass wir nun erstmal noch einige Tage zusammen unterwegs sein werden.

Meine Route plane ich im Moment so: San Diego, Joshua Tree Nationalpark, Las Vegas, Death Valley, Grand Canyon, Bryce and Zion Nationalpark, Yosemite Nationalpark und dann nach San Francisco. An San Francisco habe ich inzwischen recht hohe Erwartungen, da einfach JEDER sagt, dass es die schoenste Stadt Kaliforniens ist! Warten wirs ab!

Ich versuche Euch auf dem Laufenden zu halten so gut ich kann. Computerzugang ist hier nicht ganz einfach und guenstig (und dann muss ich natuerlich auch noch Lust und Zeit haben zu schreiben!), aber das wird schon!

Ich sende Euch liebe Gruesse, verspreche den Braunbaeren und tobende Braende zu meiden und freue mich auf mein Naturabenteuer im Westen Kaliforniens!!!!

Nicki

Juli 10, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Viva la Mexico!!! Und welche Sprache spricht man eigentlich in Australien???

Mein Trip nach Mexiko am Dienstag war super! Habe zwar ausser Kontaktlinsen nichts von den Dingen erledigt, die ich dort machen wollte, aber dafuer hat uns Wendelins Onkel in Mexiko herumkutschiert!

Wendelin ist Amerikanerin, ihre Eltern kommen aus Kolumbien und ihr Onkel wohnt in Tijuana, der mexikanischen Stadt, die gleich hinter der Grenze liegt, etwa eine halbe Stunde von San Diego entfernt. Wir haben sie zufaellig im Hostel kennengelernt an dem Morgen, an dem wir nach Tijuana fahren wollten. Dort angekommen, erzaehlte sie, dass sie einen Onkel habe, der dort lebe, den koenne sie ja einfach mal anrufen und fragen, ob er Zeit habe! Er hat sich direkt bereit erklaert, den Weg in die Stadt anzutreten und wollte schon 40 Minuten spaeter da sein. Aus 40 Minuten sind dann zwar fast 3 Stunden geworden (Suedamerikaner!!!! Arrrgggghhh!!!), aber da wir die Zeit nicht mit Warten, sondern mit Bummeln verbracht haben, war das eigentlich nicht schlimm. Ich habe ohne Probleme guenstige Kontaktlinsen bekommen, wir haben wunderbar gegessen und Alberto und seine Frau dann gegen 18.00h getroffen.

Zunaechst hat er uns das Rotlicht-Viertel von Tijuana gezeigt, denn er erklaerte auch direkt, dass man nur um diese Zeit noch ungefaehrdet ueber diese Strasse gehen koenne. Spaeter abends geht es dort wohl recht heftig zu, auch was Dinge wie Drogen und Gewalt angeht. Die jungen Damen stehen halbnackt auf der Strasse herum und warten auf ihren „Retter“ aus den reichen Staaten, einen Retter, der sie nur fuer eine Nacht Geld verdienen laesst oder aber sie gleich „kauft“ und mit ueber die Grenze nimmt. Alberto meint, dass es rund 100 Dollar kosten wuerde eine Frau zu kaufen (plus natuerlich das Bestechungsgeld an der Grenze, falls man so dumm ist, sich erwischen zu lassen). Die langen Schlangen der Autos an der Grenze und die scharfen Kontrollen beim Grenzuebertritt sprechen Baende ueber das oekononische Gefaelle zwischen den beiden Nachbarstaaten.

Als Alberto uns herumfuhr (er kann ja nicht einfach von Mexiko in die Staaten reisen), fragte ich ihn an der Grenze, die direkt am Strand entlang geht – auf der einen Seite steht man in einem lebendigen Strandviertel in Mexiko, auf der anderen Seite patrolliert die amerikanische Polizei entlang der Grenze, die sich entlang eines Nationalparks erstreckt – wie sich das anfuehlt zu wissen, dass man die Grenze nicht einfach uebertreten kann und im Prinzip von einem Teil der Welt abgeschnitten ist. Seine Antwort hat mich gleichermassen beeindruckt und erschrocken, aber ich habe mich ueber die Ehrlichkeit gefreut: Es mache ihn schon traurig, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass seine beiden Soehne nicht einfach so wie ich durch die Welt tingeln koennen und in jedem Land willkommen sind. Aber wenn er wirklich in die USA wollte (und USA ist fuer sie der Weg in die Freiheit!), dann wuerde er schon Leute kennen, die ihm das ermoeglichen koennen…. Mal wieder eine dieser Situationen, in denen man dort steht, die Situation theoretisch kennt und dann jemandem in die Augen schaut, der davon betroffen ist. Das ist schon was anderes als die Theorie!

Wir hatten einen wunderschoenen Abend mit Alberto und seiner Frau und ich habe die besten Tacos meines Lebens gegessen! In ihrem alten Auto und etwas wildem Fahrstil (ich brauche ja nicht zu erwaehnen, dass das Auto mit 7 Personen – die beiden Soehne waren noch dabei – natuerlich voellig ueberladen war…) hat uns die Familie ihre Stadt und die Umgebung gezeigt. Die wunderschoenen Straende in Mexiko machen definitiv Lust auf mehr!!!

Der Hammer der Tages war eine Frage von Wendelin: Sie fragte Fiona (die Australierin, mit der ich unterwegs bin) und mich, ab welchem Alter wir Englisch als Fremdsprache lernen wuerden! Ich fuehlte mich natuerlich direkt angesprochen und beantwortete die Frage. Nachdem ich zum Ende gekommen bin, fragt sie doch allen Ernstes auch Fiona, ab welchem Alter Englisch als Fremdsprache in Australien unterrichtet wird!!!!!!!! Ich habe mir vor Schreck auf die Zunge gebissen, was zum Glueck so weh getan hat, dass ich gar nicht mehr laut loslachen konnte. Fiona antwortete etwas konstaniert, dass Englisch Muttersprache in OZ sei und Wendelin war ueber diese Antwort sichtlich ueberrascht. Tut mir leid, es heisst ja immer, es gaebe keine dummen Fragen, was dann wohl bedeutet, dass es dumme Leute gibt? Wie auch immer, Fiona und ich koennen natuerlich herzlichst darueber lachen!!!

In der Touristeninformation hatte man uns gebeten zu versuchen, vor Dunkelheit wieder ueber die Grenze in den USA zu sein. Aufgrund von neu aufgeflammten Drogenkriegen in Tijuana ist es dort wohl besonders abends gefaehrlich… Schon ein etwas merkwuerdiges Gefuehl. Alberto hatte uns zugesagt, uns auf dem Weg zurueck bis an die Grenze zu bringen (so weit er darf) und das hat er natuerlich auch getan. An der Grenze selbst wimmelt es dann nur so von Polizei und Grenzbeamten und es ist wohl eines der sichersten Pflaster in Mexiko! Gegen 2.00h kamen wir erschoepft, aber super gluecklich ueber einen tollen und erfahrungsreichen Tag wieder im Hostel an!

Juli 10, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare

Sonnige Gruesse aus Kalifornien – San Diego

Ihr Lieben,

ich habe ein ganz schlechtes Gewissen soooo lange nichts von mir hoeren gelassen zu haben! Aber heute versuche ich Euch auf den neuesten Stand zu bringen:

SAN DIEGO

Vorgestern sind Fiona, meine australische Reisepartnerin, und ich mit Peter, einem deutschen aus Erlangen, von Los Angeles nach San Diego gefahren. Die Fahrt ist wunderschoen und wir haben eine ganzen Tag auf der Strecke verbracht und viele Zwischenstopps gemacht. Hier stellte sich mal wieder heraus, dass Schoenheit reine Geschmackssache ist – solltet Ihr die ersten Photos, die ich hochgeladen habe, schon gesehen haben, werdet Ihr wahrscheinlich verstehen, was ich meine, denn ein Strand, an dem man vor lauter Menschen, Sonnenschirmen und Handtuechern kaum noch Sand sieht, ist mein Alptraum eines Strandes, waehrend andere dort ihre Zeit wirklich zu geniessen scheinen! Die Fahrt entlang des Kuestenhighways ist schoen und wir hatten zu dritt auch jede Menge Spass.

Eigentlich hatte ich mich in LA schon entschieden, zunaechst nach San Francisco zu fahren, aber das Angebot guenstig nach San Diego zu kommen und die Waldbraende, die zwischen LA und San Francisco toben und nicht zuletzt Fionas Reisebegleitung, waren dann doch sehr gute Argumente, um zunaechst weiter Richtung Sueden zu fahren.

San Diego gefaellt uns total gut, wir wohnen mitten im Gaslamp Quarter, in dem sich viele schoene Restaurants und Bars aneinanderreihen und eine schoene Atmosphaere herrscht. Gestern haben wir den Hafen erkundet, uns mit Informationen rund um SD und Kalifornien versorgt, einige Dinge organisiert und einen Plan fuer die naechsten Tage gemacht. So geht es jetzt gleich nach Mexiko – von hier ist Tijuana nur rund eine halbe Stunde entfernt. Ich brauche einige Dinge, die ich dort definitiv guenstiger bekommen (Haarschnitt, einen neuen Guertel, Socken, neuen Sonnenhut usw.) und Kontaktlinsen. Hier bekommt man sie nur auf Rezept und da scheint es auch fuer treudo0f-schauende deutsche Touristen keine Ausnahmen zu geben. Also werde ich es jetzt gleich mal in Mexiko versuchen. Falls das auch nicht klappt, stehe ich vor einem Problem. Jaja, die normalen Sorgen eines Langzeitreisenden!

Morgen mache ich einen Museumstag, Mittwoch wird dann wahrscheinlich die Altstadt und Point Loma erkundet und spaetestens Donnerstag moechte ich dann von hier aufbrechen. Fiona versucht ein Auto zu kaufen: Sie wird 6 Monate hier in den Staaten verbringen. Sollte das schnell genug funktionieren, starten wir von hier zusammen, falls nicht, breche ich alleine mit einem Mietwagen auf. Werde hier noch versuchen, mich mit Freunden meiner Freundin Coco, die ja 1,5 Jahre hier gearbeitet hat, zu treffen. Und ausserdem (und das ist der Hauptgrund noch etwas laenger in SD zu bleiben) moechte ich Kalista und Trace treffen, die ich in China kennengelernt habe. Sie sind erst am 9.7. wieder hier, das wusste ich aber, bevor ich hierher aufgebrochen bin. Mal sehen, ob das alles klappt!

LOS ANGELES

Aufgrund der Tatsache, dass ich reichlich vorgewarnt worden war, hatte ich keine hohen Erwartungen an LA. Meine Reise von Hawaii nach LA war stressig, lang und nervig und so war ich froh, als ich nach rund 15 Stunden Reise endlich in meinem Hostel in Santa Monica angekommen war. Das Hostel stellte sich auf als gute Wahl heraus, wenngleich das Personal dort in Sachen Freundlichkeit eine reine Katastrophe ist! Aber die Ausstattung und Location ist einfach unschlagbar.

Santa Monica ist schoen, ein bisschen posh in meinen Augen, aber dort kann man es gut fuer einen Tag aushalten. Venice Beach beeindruckt durch seine Schoenheit und abgesehen von der natuerlichen Schoenheit ist es fuer mich der typische Baywatch-Strand, also mein Idealbild von einem amerikanischen Strand! Noch nie habe ich irgendwo so viele durchgeknallte Leute gesehen und erlebt wie in LA. Das ist nicht nur positiv gemeint: Dort gibt es viele wirklich total (mental-) kranke Leute! Die trifft man nicht nur am Strand (auch total viele Obdachlose), sondern vor allem auch im Bus. Das macht Busfahren fuer viele Leute unertraeglich, aber fuer uns, die wir es nur einige Tage erleben, durchaus sehr interessant: Ein aggressiver Busfahrer, der wild alle anderen Autofahrer beschimpft mit Schimpfworten, die Fiona mir erstmal erklaeren musste und z.T. selbst nicht verstanden hat, Kriegsveteranen, die Dir ihre Geschichte erzaehlten, ein Mann, der ununterbrochen „Fuck you“ schrie, Leute, die sich fuer Prominente halten … ein paar Busfahrten lassen Dich ein breites Spektrum erleben. Hammer!

An Hollywood hatte ich falsche Erwartungen und war dann doch etwas desillusioniert! Der Hall of Fame ist einfach ein Buergersteig! Ich hatte erwartet, dass es sich um eine Fussgaengerzone handeln wuerde! Natuerlich haben wir einige Photos von dem Hollywood-Zeichen in den Bergen geschossen, Kodak-Theatre und Chinese Theatre bewundert, sind auf dem Sunset Strip entlanggeschlendert und haben die Shops auf der Melrose Avenue „bewundert“. Naja, meine Bewunderung hielt sich in Grenzen. Ich bin froh es gesehen zu haben, aber das ist wirklich nichts, was man unbedingt gesehen haben muss!

Der Independence Day am 4. Juli hat mich dann vor ein Problem gestellt: Amerikaner sind einfach verrueckt auf diesen Tag, aber in Santa Monica ist eigentlich nichts los, fuer das es sich lohnen wuerde, dorthin zu kommen. OK, ein grosses Feuerwerk und eine kleine Parade, aber insgesamt auch das wieder nicht so, wie ich mir vorgestellt habe: Bei der Parade hatte ich Stars&Stripes tragende Musikgruppen erhofft, stattdessen eher ein relativ unorganisiertes Chaos mit einzelnen Grueppchen, Oldtimern – schaut Euch die Photos an. Ich muss meine Erwartungen wohl erstmal zurueckschrauben. Es ist nicht so, dass ich es nicht geniessen wuerde, aber ich denke in etwas anderen Dimensionen, wenn ich an Amiland denke, und diese sind bisher noch nicht erfuellt worden! Naja, jedenfalls war keine Unterkunft fuer diese Nacht zu bekommen – ich war also homeless! Da am Strand so viel los war und ich nicht sicher war, ob das die beste Nacht waere, um sie unter freiem Himmel zu verbringen, habe ich Fionas Angebot angenommen, ihr Bett zu teilen. Das war zwar recht eng, aber wir haben beide gut geschlafen. So war ich blinder Passagier im Hostel mit schlechtem Gewissen - aber wir sind nicht erwischt worden! Ein Rauswurf waere wohl auch das schlimmste gewesen, das haette passieren koennen, und dann haette ich mich halt ein paar Stuendchen in eine Bar oder so verkriechen muessen. Aber auch das haben wir ueberstanden!

Juli 7, 2008 Verfasst von nickisweltreise | Uncategorized | | Noch keine Kommentare